Aus einem alten Geschlecht von Fuhrleuten, stammte der Unternehmer Gustav Schäfer Senior, der zum Gründer eines der erfolgreichsten Reiseunternehmen in der Region Heilbronn wurde. Und wie es sich für die damalige Zeit gehörte, begann er diese Erfolgsstory, der damaligen Zeit entsprechend, mit Pferden. Während dieser Zeit wurden noch Menschen, Tiere und Lasten innerhalb der Lohnfahrten befördert aber auch die Kohlen für das Stadttheater, bis dann mit dem ersten motorgetriebenen Omnibus eine neue Ära begann.
Seit den Anfängen ist viel Zeit vergangen und so präsentiert sich das Erfolgsunternehmen heute u.a. mit über 35 Mitarbeitern, 2 Reisebüros und einem Busterminal seinen Kunden.
Vom ungesatteltem Ritt zu einer der modernsten Busflotten Deutschlands
Blättert man in den Heilbronner Annalen unter der Jahreszahl 1919 findet man einige Firmen, deren Namen bis heute recht gut klingen. Beispiele sind Läpple oder Losberger. Betriebe, die in diesem schwierigen Nachkriegsjahr starteten und bis heute als Familienunternehmen erfolgreich tätig sind.
1919 ist auch das Gründungsjahr des Malerbetriebes Alfons Lang, des Raumausstatters Karl-Heinz Fischer, von Foto-Welk oder auch vom Cafe Roth – und von Schäfer.
Die Geschichte der inzwischen über 85 Jahre jungen Heilbronner Firma Schäfer
Mit Gustav Schäfers ungesatteltem Ritt von Ludwigsburg nach Heilbronn startete einst, das bis heute erfolgreiche Reiseunternehmen.
Aus einem alten Geschlecht von Fuhrleuten stammt Gustav Schäfer senior. Er wurde als 17. Kind in Ilsfeld geboren. Im Alter von fünf Jahren zog er mit seinen Eltern nach Heilbronn und wuchs dort im Fuhrgeschäft seines Vaters auf.
Der damaligen Zeit entsprechend waren Pferde die Antriebskräfte für Lohnfahrten, bei denen Lasten und Personen befördert wurden.
Sein Handwerk lernte er im elterlichen Betrieb schon von klein auf. Über 15 Jahre lang trabten und galoppierten seinerzeit die „Schäfer-Pferde“ für die Weckerlinie der Heilbronner Feuerwehr Tag und Nacht. Immer wenn die Feuerglocke schrillte, rückte Gustav Schäfer mit den Pferden aus.
Am 15. Februar 1919, dem Tag seiner Hochzeit mit Paula Kyriss, gründete er den eigenen Fuhrbetrieb in der Zehentgasse 46 mit Mietpferden.
Ein Jahr nach der Gründung konnte sich Gustav Schäfer sein erstes eigenes Pferd zulegen. Er kaufte sich in Heilbronn eine Zugfahrkarte und in Ludwigsburg ein Pferd. Für die Rückreise per Zug reichte dann allerdings das Geld nicht mehr. Also setzte er sich kurzentschlossen ohne Sattel aufs Roß und trabte mit dem schweren Ackergaul nach Heilbronn. Das war, wohlbemerkt, die einzige Situation, in der das heute 85jährige Unternehmen nicht „gesattelt“ war...
Die noch nicht staubfreie Müllabfuhr tätigte Gustav Schäfer sechs Jahre lang mit seinen Pferden. Keine Anstrengung war ihm und seiner Frau Paula zuviel, um aus kleinen Anfängen heraus seinen Betrieb stetig aufzubauen.
In den folgenden zwanziger Jahren wurde viel im Auftrag der Stadt Heilbronn gefahren. Zum Beispiel die Kohlen für das Stadttheater oder der Koks für den Konsum. Man übernahm Fuhren für Bauunternehmer und am Sonntag auch mal eine Hochzeit.
1930 begann die „neue Zeit“ für den Fuhrbetrieb Schäfer. Der erste Omnibus, ein Chevrolet, wurde gekauft. Ein neuer und schwerer Abschnitt in der Firmengeschichte. Ein Schäfer-Bus übernahm 1932 die erste Omnnibuslinie von der Allee zum Trappensee und Jägerhaus. Diese Strecke wurde jahrelang – bis zum Bau der Straßenbahn – befahren.
1934 führte die erste Auslandsreise nach Österreich. Parallel zu den Omnibussen waren auch noch die Pferde im Einsatz – bis im Jahre 1939 sämtliche Pferde und drei Omnibusse von der Wehrmacht requiriert wurden. Ein Jahr später zog das Unternehmen von der Zehentgasse in die damals noch fast unbebaute Sontheimer Straße, in die Nachbarschaft von Suppen-Knorr.
Durch Kriegseinwirkung wurde der Betrieb 1945 total zerstört. Wieder mußte von vorn begonnen werden, jetzt nur noch mit Omnibussen und Lkws. 1956 übernahm der Jüngste von Gustavs Kindern, Günter Schäfer, als 21jähriger die kaufmännische Leitung. Damals verfügte Omnibus-Schäfer über vier Fahrzeuge. Schon ein Jahr später startete man unter Günter Schäfer wöchentliche Urlaubsreisen nach Weyregg am Attersee im Salzkammergut. Eine sehr erfolgreiche Epoche, in der Schäfer während 25 Jahren mehr als 23 000 Urlauber zu diesem Erholungsort beförderte.
„Gute Laune großgeschrieben“ – unter diesem Motto startete im Februar 1959 das erste Heilbronner Urlaubertreffen in der Harmonie. Für Unterhaltung sorgte ein buntes Programm mit bekannten Stars aus Funk und Fernsehen, wie Walter Schultheiß und Ivan Rebroff, Tanzmusik und kostenlose Verlosung von zwanzig Reisen. Somit wurde den Schäfer-Gästen Gelegenheit gegeben, sich mit Reise-Bekanntschaften wiederzutreffen, einige fröhliche Stunden zu verbringen und Erinnerungen an gemeinsame Tage auszutauschen. Diese Treffen in der Harmonie waren von Anfang an so beliebt, daß sie jährlich von über 1000 Gästen besucht wurden.
Die Zahl der Omnibusse hatte sich von vier Fahrzeugen im Jahr 1956 auf acht Fahrzeuge im Jahr 1959 verdoppelt. Vom „Hinterhof“ wurde das Reisebüro in das neu erbaute Gebäude Sontheimer Straße 46 verlegt.
Am 1. Januar 1961 übergab Gustav Schäfer senior die Firma seinen Söhnen. Die Firma wurde in eine Kommanditgesellschaft mit den Kommanditisten Gustav Junior und Günter Schäfer umgeändert.
Ein weiterer Meilenstein bedeutete vier Jahre später, der Beginn des Ferienzielreiseverkehrs nach Spanien, der seit 1964 von März bis November jede Woche direkt ab Heilbronn startet.
Nun begann auch der Komfort im Reisebus. Die Fahrgäste konnten eine bequeme Ausstattung genießen und – was erst viele nicht glauben wollten – in den modernen Schäfer-Bussen während der Fahrt auf das WC gehen.
1966 dann Gründung der Heilbronner Skischule. Schon nach kurzer Zeit wurde an sechs Sonntagen im Winter mit jeweils sieben Omnibussen zum Skilaufen gefahren.
Pionierleistung im Raum Heilbronn: 1970 nahm Schäfer den ersten Doppeldecker für den Reiseverkehr in Betrieb. Ein Ereignis, das weit über die Grenzen der Region für Gesprächsstoff sorgte. Begeisterte Fahrgäste erlebten ein neues Fahrgefühl bei vielen Europa-Touren.
1974 löste Schäfer die Urlaubertreffen im Februar in der Harmonie ab durch Treffen zum Saisonabschluß in der Rheinhalle in Ketsch. Auch hier traten wieder bekannte Stars wie Freddy Breck mit seinen „Roten Rosen“ und das Medium-Terzett auf. Zum 60-Jahre-Jubiläum im Jahr 1979 fuhren 1200 Personen in 23 Omnibussen nach Ketsch.
1977 hob Schäfer ein neues Reisekonzept aus der Taufe, das sich in den darauffolgenden Jahren zu einem rießigen Erfolg entfaltete und als einmalig in Baden-Württemberg bezeichnet wurde. Was mit der Idee als Tagesfahrt für Senioren unter dem Namen „Montagsbummler“ begann, ist heute ein Reiseangebot mit ein- und mehrtägigen Reisen für alle, die sich im „besten Alter“ fühlen.
Dieses Schäfer-Konzept, nun unter dem Titel „Hallole“, zieht inzwischen auch zahlreiche Freunde im mittleren Alter an. Das Außergewöhnliche dieser Reisen, zu denen mittlerweile auch Gruppenflugreisen und Kreuzfahrten gehören, liegt unter anderem in der besonderen Betreuung der Gäste durch die Familie Schäfer, die jede dieser Reisen persönlich begleitet.
Im Reisebürobereich entwickelte sich seit 1978 durch den Aufbau einer eigenen Touristik-Abteilung mit Vollagentur vieler namhafter Flugveranstalter wie TUI und Dertour ein zweites Standbein.
Heute werden an modernsten Buchungscomputern Flugreisen, Kreuzfahrten, Mietwagen und Hotels weltweit sofort reserviert und bestätigt.
Am Betriebssitz des Unternehmens in der Sontheimer Straße 44 wurde 1979 – rechtzeitig zum 60-Jahre-Jubiläum – ein moderner Neubau mit Büro- und Gesellschaftsräumen bezogen. 1980 übernahm Schäfer das Bad Wimpfener Omnibusunternehmen Pitsch.
Mit dem Bau eines Omnibusbetriebshofes mit Werkstatt und Garagen im Gewerbegebiet Böckingen an der Großgartacher Straße wurden 1984 die Platzverhältnisse wesentlich erweitert. Auf dem ein Hektar großen Anwesen in der Reinerstraße stehen für Kunden, die mit Schäfer verreisen, über 150 Parkplätze kostenlos zur Verfügung.
Durch die neuen Platzverhältnisse ergab sich nun auch die Gelegenheit, in den eigenen Räumlichkeiten eine große Veranstaltung auszurichten. Somit war die Internationale Touristikmesse geboren, die 1993 zum zehnten Mal stattfand.
In Malgrat de Mar in Spanien eröffnete im März 1988 unter Beteiligung des Heilbronner Reiesunternehmens das Drei-Sterne-Hotel Bella Playa. Viele Unterländer Reisende sind bis heute treue Stammkunden in dem komfortablen Haus mit 540 Betten.
1991 nahm man die neue Fernreisebusgeneration vom Typ Cityliner in Betrieb. Die nach den Vier-Sterne-Richtlinien gebauten Fahrzeuge sind in den auffallenden Farben Pink und Lila und in modernstem Design lackiert.
1994 erhielt Schäfer-Reisen von der International Air Transport Association (IATA) eine Genehmigung zum Verkauf und zur Ausstellung aller IATA Fluggesellschaften weltweit. Daraus entwickelte sich – neben dem Flugscheinverkauf an Privatkunden – eine eigene Abteilung für Firmen, wo Flüge, Hotels und Mietwagen gebucht werden können.
2001 wurden die Geschäftsräume in der Sontheimer Str. 44 erneut völlig renoviert und zum neuen Touristik-Kunden-Center umgebaut.
2002 erfolgte die Neueröffnung des Reisebüros Kirchbrunnenstrasse 33 in der Fußgängerzone von Heilbronn. Im selben Jahr bezog die Firma Schäfer drei Neoplan Luxusbusse. Neu daran war die aktuelle Farbe in silber, gelb und lila.
2003 war man stolz auf die 25 Jährige Zusammenarbeit mit den Partnern TUI und Dertour.
Heute beschäftigt das Unternehmen 35 Mitarbeiter.
Nachdem kein öffentlicher Linienverkehr mehr gefahren wird, verfügt man über 12 moderne Fernreisebusse, die mit allem Luxus ausgestattet sind.
Wir danken allen unseren Kunden und Geschäftspartnern für Ihr Vertrauen und versprechen auch in der Zukunft die Schäfer-Reisequalität weiter auszubauen.